3. Juli 2026
Haus renovieren in der Schweiz: Was kostet welches Gewerk? (Übersicht 2026)

Wer ein älteres Haus übernimmt oder sein Eigenheim erneuern will, steht vor derselben Frage: Was kostet was – und womit anfangen? Hier die marktbasierten Richtwerte (inkl. MWST) für die Ostschweiz; im Grossraum Zürich liegen sie 12–20 % höher. Dazu die richtige Reihenfolge, Förderbeiträge und was sich bei den Steuern ab 2029 ändert.
Richtpreise pro Gewerk
- Maler/Gipser: CHF 35–160 pro m² Wohnfläche (je nach Standard und Vorarbeiten)
- Bodenbeläge/Parkett: CHF 80–300 pro m²
- Badsanierung: CHF 20’000–90’000 pro Bad
- Küche: CHF 15’000–100’000 inkl. Bauarbeiten
- Fensterersatz: CHF 700–2’800 pro Fenster
- Elektro-Sanierung: CHF 60–200 pro m² Wohnfläche
- Heizungsersatz (Wärmepumpe): CHF 25’000–80’000
- Fassade: CHF 90–450 pro m² Fassadenfläche (mit Aussendämmung am oberen Rand)
- Dach: CHF 100–450 pro m² Dachfläche
- Gesamtsanierung: CHF 800–3’000 pro m² Wohnfläche
Faustregeln für die Gesamtrechnung: Bei Baujahr vor 1970 rund 20 % Zuschlag einplanen (Leitungen, Substanz, Schadstoffabklärung), plus 8–12 % Reserve für Unvorhergesehenes.
Ein Rechenbeispiel
Ein Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren mit 140 m² Wohnfläche: neues Bad (CHF 30’000), neue Küche (CHF 35’000), Böden (140 m² × CHF 150 = CHF 21’000) und Malerarbeiten (140 m² × CHF 60 = CHF 8’400) ergeben rund CHF 94’000. Mit 20 % Altbau-Zuschlag und 10 % Reserve sind realistisch rund CHF 124’000 zu budgetieren – ohne Gebäudehülle und Heizung.
Die richtige Reihenfolge
Zuerst die Hülle und die Technik, dann die Oberflächen:
- Dach und Fassade dicht und gedämmt – dafür gibt es Förderbeiträge.
- Heizung und Elektro auf aktuellen Stand – nach der Dämmung genügt oft eine kleinere Wärmepumpe.
- Bäder und Küche.
- Böden und Malerarbeiten zum Schluss.
Wer umgekehrt vorgeht, renoviert Oberflächen doppelt. Einen guten Fahrplan liefert der GEAK Plus: Er bewertet den energetischen Zustand und schlägt sinnvolle Etappen vor.
Förderung und Steuern
Das Gebäudeprogramm fördert in St. Gallen, Thurgau und Zürich die Dämmung von Fassade und Dach mit CHF 40 pro m² sowie den Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen – das Gesuch muss vor Baubeginn eingereicht sein. Werterhaltende Arbeiten und Energiesparmassnahmen sind heute vom Einkommen abziehbar. Für selbst bewohntes Wohneigentum endet das mit dem Systemwechsel beim Eigenmietwert am 1. Januar 2029. Wer in den nächsten Jahren ohnehin renovieren muss, sollte die Etappen bis Ende 2028 planen – Details im Steuer-Ratgeber.
Alles aus einer Hand rechnet sich
Werden mehrere Gewerke kombiniert, spart die gemeinsame Baustelleneinrichtung, Planung und Bauleitung typisch 5 % und mehr – vor allem aber Nerven: ein Vertrag, ein Termin, ein Ansprechpartner. Wie das bei einer Gesamtsanierung aussieht, lesen Sie unter Gesamt- & Kernsanierungen.
Häufige Fragen
Lohnt sich Renovieren oder ist ein Ersatzneubau besser?
Das hängt vom Zustand der Tragstruktur, vom Grundriss und von den Nutzungsreserven ab. Ein Vergleich beider Varianten mit Kosten und Energiewerten schafft Klarheit.
Wie gross sollte die Reserve sein?
8–12 % der Bausumme, bei Altbauten mit unbekanntem Zustand eher am oberen Rand.
Können wir während der Renovation im Haus wohnen?
Bei etappierten Arbeiten oft ja. Bei einer Gesamtsanierung mit Leitungsersatz ist ein Auszug für einige Wochen meist die schnellere und günstigere Lösung.
Ihren konkreten Fall rechnen Sie in zwei Minuten im Kostenrechner durch – mit Baujahr-Faktor, Optionen und Region. Oder direkt: kostenlose Begehung anfragen.
Stand: Oktober 2026. Richtwerte inkl. MWST; im Einzelfall entscheidet die Offerte nach Begehung.