4. Juli 2026
Photovoltaik 2026: Kosten, Förderung und Ablauf für Ihr Eigenheim
Strom vom eigenen Dach ist in der Schweiz attraktiv wie nie: Die Anlagenpreise sind in den letzten Jahren gesunken, der Bund fördert jede Anlage mit einer Einmalvergütung, und jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Stromkosten. Hier die aktuellen Zahlen für Ihre Planung – inklusive der Regeln, die seit 2026 neu gelten.
Was eine Anlage 2026 kostet
Die Preisbeobachtung im Auftrag des Bundesamts für Energie (Offerten 2025, Aufdach-Anlagen) zeigt als Median ohne MWST:
- Anlagen bis 10 kWp: rund CHF 2’500 pro kWp (die Hälfte der Offerten lag zwischen CHF 2’100 und 3’100)
- Anlagen von 10 bis 30 kWp: rund CHF 1’900 pro kWp (Hälfte zwischen CHF 1’650 und 2’250)
Ein typisches Einfamilienhaus trägt eine Anlage von 8–12 kWp. Das ergibt inklusive MWST, Montage, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme rund CHF 18’000–27’000. Bei Indach-Lösungen hängt der Preis stark vom Produkt ab. Ein Batteriespeicher kommt mit rund CHF 8’000–15’000 dazu, eine Ladestation für das E-Auto mit CHF 2’000–4’500.
Was der Staat beisteuert
Der Bund zahlt über die Vollzugsstelle Pronovo eine Einmalvergütung (EIV). Für Anlagen unter 30 kWp, die seit dem 1. April 2025 in Betrieb gingen, beträgt sie CHF 360 pro kWp, bei integrierten Anlagen CHF 400 pro kWp. Bei 10 kWp sind das CHF 3’600 bzw. CHF 4’000 – rund ein Sechstel der Investition. Massgebend ist das Datum der Inbetriebnahme; für 2027 hat der Bundesrat eine Erhöhung vorgeschlagen, entschieden ist sie noch nicht.
Dazu kommen je nach Gemeinde weitere Beiträge. Und: Bei bestehenden Gebäuden ist die Investition heute als Energiesparmassnahme vom steuerbaren Einkommen abziehbar – bei 30 % Grenzsteuersatz nochmals mehrere tausend Franken. Bei der direkten Bundessteuer entfällt dieser Abzug per 1. Januar 2029, die Kantone dürfen ihn befristet weiterführen (siehe Steuer-Ratgeber). Bei Neubauten gilt die Anlage als nicht abziehbare Investition.
Was Sie für Ihren Solarstrom erhalten
Strom, den Sie nicht selbst brauchen, nimmt Ihr Netzbetreiber ab. Seit dem 1. Januar 2026 gilt dafür ein schweizweit harmonisierter Preis, wenn Sie nichts anderes vereinbaren – mit einer Minimalvergütung von 6 Rappen pro kWh für Anlagen unter 30 kW. Manche Werke zahlen mehr, oft mit einem Zuschlag für den Herkunftsnachweis. Weil der eingespeiste Strom deutlich weniger wert ist als der bezogene, lohnt sich ein hoher Eigenverbrauch: Wärmepumpe, Boiler und E-Auto am Tag laufen lassen.
Der Ablauf
- Machbarkeit: Dachausrichtung, Statik, Zustand der Eindeckung und Anschlusskapazität prüfen.
- Meldung und Anschluss: Meldung an die Baubehörde vor Baubeginn, Anschlussgesuch beim Netzbetreiber.
- Installation: Montage, Elektroarbeiten und Zählerwechsel – auf dem Dach typisch 3–5 Arbeitstage.
- Inbetriebnahme und Gesuch: Erst nach der Inbetriebnahme wird das Gesuch für die Einmalvergütung bei Pronovo eingereicht – mit beglaubigten Anlagedaten, Sicherheitsnachweis und Grundbuchauszug. Nach der Verfügung wird ausbezahlt.
Bewilligung: meist nur eine Meldung
Gut angepasste Solaranlagen auf Dächern – seit 2026 auch an Fassaden – brauchen in Bau- und Landwirtschaftszonen keine Baubewilligung, sondern nur eine Meldung (Art. 18a Raumplanungsgesetz). «Gut angepasst» heisst unter anderem: höchstens 20 cm über der Dachfläche, nicht über das Dach hinausragend, reflexionsarm und kompakt angeordnet. Auf Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung braucht es immer eine Bewilligung.
Der Spar-Trick: mit der Dachsanierung kombinieren
Steht ohnehin eine Dachsanierung an, lohnt sich die Kombination doppelt: Das Gerüst steht bereits (spart mehrere tausend Franken), die neue Eindeckung und die Anlage sind aufeinander abgestimmt, und beide Massnahmen laufen unter einer Bauleitung. Im Kanton St. Gallen wird die Dachdämmung zudem nur zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage gefördert. Genau solche kombinierten Projekte sind der Kern unserer Arbeit – mehr unter Photovoltaik & Energie.
Häufige Fragen
Wann rechnet sich eine Anlage?
Je nach Eigenverbrauch und Stromtarif meist nach 10–15 Jahren; die Module halten 25 Jahre und mehr. Ein hoher Eigenverbrauch verkürzt die Amortisation deutlich.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Er erhöht den Eigenverbrauch, rechnet sich wirtschaftlich aber nicht in jedem Fall. Lassen Sie die Anlage mit und ohne Speicher durchrechnen.
Muss das Dach vorher saniert werden?
Ist die Eindeckung älter als 20–25 Jahre, ist die Sanierung vor der Montage meist sinnvoll – ein späterer Rückbau der Anlage wäre teuer.
Ihr Richtwert in 30 Sekunden: Im Kostenrechner rechnen Sie Ihre Anlage mit Speicher und Ladestation durch. Oder direkt: kostenlose Begehung anfragen.
Stand: Oktober 2026. Quellen: Pronovo, Einmalvergütung Photovoltaik; BFE/EnergieSchweiz, Preisbeobachtungsstudie Photovoltaik 2025; Energiegesetz und Raumplanungsgesetz (Stand 2026).